Um Euch den Einstieg ins Streetsurfing etwas leichter zu gestalten und Euch in absehbarer Zeit zumindest zu einem soliden Boarder zu machen, findet ihr hier Waveboard Anfänger Tipps zum Fahren lernen.

Vom richtigen Aufsteigen bis hin zur ersten Kurve, der folgende Text verrät Euch, wie es geht.

Für Profis sind die Waveboard Tipps nicht gedacht, sie sollen Anfängern die wichtigsten Tipps und Tricks bieten, damit sie schnell aufs Brett kommen und Wavebaord fahren lernen. Wir haben versucht immer Anschauungsmaterial in Form eines Videos heraus zu suchen.

Fortgeschrittene und Profis sollten mal in unsere Waveboard Tricks reinlesen.

Waveboard fahren wie ein Profi! Hier findet ihr Tipps, damit ihr Streetsurfen schnell lernt und bald fahrt wie im Video zu sehen.

In den Videos weiter unten findet Ihr Anleitungen mit wichtigen Anfängertipps zum Waveboarden.

1. Übungsort & Untergrund: 3 Tipps für die ersten Gehversuche

Bildquelle: Matthias Sylupp/ pixelio.de

Bevor das Waveboarden für Anfänger losgeht, sucht euch zunächst das richtige Gelände aus. Das erleichtert den Start und mindert das Verletzungsrisiko. 3 Tipps zur Ortswahl:

  • Leichter Abhang: Übt am besten an einer Stelle mit einem leichten Gefälle, das nach ein paar Metern flach ausläuft. So kommt ihr nach dem Aufstieg etwas in Fahrt.
  • Untergrund: Der Untergrund sollte so glatt wie möglich sein. Kopfpflaster oder Streusplit sind sehr schwer oder unmöglich zu fahren. Zudem sind Gegenstände aller Art eine Gefahr plötzlich gestoppt zu werden und zu stürzen.
  • Wiese an der Seite: Mit dem Waveboard kann sich das Bremsen, gerade zu Beginn als schwierig erweisen. Mehr dazu etwas weiter unten, achtet jedoch auf eine Stelle mit seitlicher Wiese, dort könnt ihr zur Not reinrollen und sanft bremsen.

2. Welcher Fuß ist vorne bzw. hinten?

Im Bild: der rechte Fuß ist vorne (=Mitschwenker) und übernimmt die Führung, der hintere Fuß ist für den Antrieb (= Antriebsfuß) zuständig. Bildquelle: Noblebenn-Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

Jeder von Euch weiß sicher, ob er Rechts- oder Linkshänder ist. Die Antwort auf die Frage, welcher Eurer Füße dominant ist, fällt wahrscheinlich nicht ganz so leicht. So findet ihr es heraus:

  • Am besten findet Ihr das heraus, indem Ihr eine Person Eures Vertrauens darum bittet, sich hinter Euch zu stellen und Euch ohne Vorwarnung leicht zu schubsen. Daraufhin werdet Ihr reflexartig mit einem von beiden Füßen vortreten, um Euer Gleichgewicht wiederzuerlangen. Ob das nun das rechte oder linke Bein ist, ist bei jedem anders. In jedem Fall ist dasjenige Bein, das nach vorne tritt, Euer starkes oder dominantes Bein und entsprechend der starke Fuß.
  • Für das Waveboardfahren heißt das, dass dieser Fuß Euer Mitschwenker ist – also derjenige, der in Fahrtrichtung auf der vorderen Trittfläche steht. Der andere ist somit automatisch der Antriebsfuß, der auf der hinteren Fußplatte Platz findet.

Diesen Test müsst Ihr, sofern Ihr nicht wisst, welcher Euer Mitschwenker ist, nur einmal ganz zu Beginn machen. Natürlich könnt Ihr die Füße auch tauschen, wenn Ihr nach einigen Fahrten merkt, dass Ihr nicht zurechtkommt.

3. Auf das Waveboard aufsteigen und losfahren

Im Video könnt ihr euch das Aufsteigen auf ein Waveboard ansehen:

Waveboards haben keine Bindungen, um sich mit den Schuhen einzurasten. Daher könnt Ihr einfach auf- und absteigen oder auch abspringen, falls es nötig ist.

  1. Das Board liegt gekippt vor Euch, wobei die Oberfläche zu Euch zeigt.
  2. Stellt Euren vorderen Fuß auf die Mitte der vorderen Plattform und übt etwas Druck auf die Trittfläche aus. Auf diese Weise könnt Ihr das Board aufstellen, sodass es auf den zwei Rollen steht.
  3. Stoßt Euch etwas nach vorne ab und platziert den hinteren Fuß schließlich mittig auf dem hinteren Deck.
  4. Übt am besten an einer Stelle mit einer Neigung (kein riesen Abhang, lediglich mit einer leichten Neigung).

Waveboardfahren funktioniert an sich aus der Bewegung heraus, ein Abstoßen vom Boden ist eigentlich nicht notwendig. Für den Start oder generell den Anfang des Übens kann es jedoch nicht schaden, wenn Ihr Euren Antriebsfuß dazu nutzt, dem Board (und Euch) etwas Schwung mitzugeben.

4. Waveboard mit Bewegungen beschleunigen

Beim Waveboard gibt es keine Pedale wie beim Fahrrad. Auch ein „Antreten“, wie beim Skateboard entfällt – Schlangenbewegungen sind die Lösung. Schaut euch das Video an, dort wird das Prinzip gezeigt.

Sobald Ihr sicher steht und in Fahrt gekommen seid, geht etwas in die Knie und lasst dabei Euren Oberkörper möglichst gerade.

  • Indem Ihr Eure Schultern sachte und gleichmäßig aus der Hüfte abwechselnd nach vorne und hinten dreht, bekommt Ihr Schwung und sorgt für die typischen wellenförmigen Bewegungen des Boards.
  • Achtet auch darauf, Euer Gewicht synchron zu Eurer Schulter zu verlagern, indem Ihr leicht wippt und abwechselnd Fußspitze und Verse belastet.
  • Mit etwas natürlichem Gefühl für physikalische Gesetze werdet Ihr bald merken, dass Ihr schneller werdet, je kürzere Wellen Ihr schlagt und langsamer werdet, wenn Ihr weiter ausholt und entsprechend längere Bewegungen macht.

In Schriftform mutet das Fahren wesentlich komplizierter an, als es tatsächlich ist. Das werdet Ihr am eigenen Leib erfahren, wenn Ihr selbst auf einem Waveboard steht. Was sich komplex liest, passiert fast intuitiv und gefühlsmäßig. Ganz bestimmt habt Ihr den Dreh schnell raus!

5. Mit dem Waveboard richtig bremsen

Bremsen ist beim Streetsurfen etwas kompliziert, denn es muss stets die Balance gewahrt werden. Mehr Tipps im Video.:

Bei geringeren Geschwindigkeiten könnt Ihr einfach absteigen. Dazu kippt Ihr das Board durch eine vorsichtige Verlagerung des Gewichts auf beide Fußspitzen langsam nach vorne und steigt ab bzw. lauft aus. Auch hier meldet sich die Physik: Je schneller Ihr seid, desto stärkere Kräfte müsst Ihr beim Absteigen überwinden. Wenn Ihr bei höheren Geschwindigkeiten abrupt bremsen müsst, versucht Folgendes:

  • Vorausschauendes Fahren: Seht Ihr eine Ampel, ein Hinderniss oder ähnliches, das Brett auslaufen lassen und entschleunigt.
  • Stellt das Board erst quer, sodass Ihr den Schwung zum Absteigen mitnehmen könnt und nicht Gefahr lauft, die Kontrolle über Euch und das Board zu verlieren.
  • Bei einem unkontrollierbaren Abhang in diese neben der Straße fahren und durch den Rollwiederstand in der Wiese bremsen

6. Mit dem Waveboard Kurven fahren

Kurven lassen sich weder mit einem Lenker noch mit einem Lenkrad bestimmen. Das Lenkrad seid ihr, mit eurem Gleichgewicht. Nutzt euer Gewicht, verlagert es langsam und fahrt dadurch lange, saubere Kurven. Seht euch dazu auch das folgende Video an:

Das Kurvenfahren sollte intuitiv erfolgen. Das heißt, wenn Ihr nach links wollt, verlagert das Gewicht auch auf die linke Seite und umgekehrt. Achtet immer darauf, nicht zu stark oder zu ruckartig zu wippen oder das Brett herum zu reissen, da Ihr sonst Gefahr lauft, aus dem Gleichgewicht zu kommen oder Euer Board zum Kippen zu bringen.

  1. Die Ausgangssituation: Ihr seid in der Fahrbewegung und verschrenkt nun die Arme auf der Brust zu einem X.
  2. Dann mit dem Kopf die Richtung  vorgeben, die Schultern folgen der Drehrichtung des Kopfes inklusive der Gewichtsverlagerung.
  3. Langsame Kurvenbewegungen, die ohne ein herumreissen des Brettes erfolgen sollten, sonst ist die Kurze nicht sauber.

Die Kurven müssen möglichst simultan zum Rest Eurer Bewegungen, also zu den Hüft- und Schulterdrehungen, laufen. Dafür ist schon etwas Koordination gefragt. Für eine Backside Kurve müsst Ihr Druck auf die Verse ausüben, für eine Frontside Kurve auf die Zehen. Welcher Richtung Backside und welcher Frontside entspricht, ist natürlich davon abhängig, mit welchen Fuß Ihr vorne steht.

7. Schutzausrüstung: Helm & Protektoren

Für Anfänger, wie auch für Profis Pflicht, Schutz-Zubehör für das Streetsurfen:Helm und Protektoren für Hände und Gelenke.

  • Protektoren mit Verstärkung oder Hartschale für Handgelenke, Ellenbogen und Knie
  • Kopfverletzungen haben oft schwerwiegende Folgen, daher darf ein Helm nicht fehlen.

Zu Beginn könnt ihr euch auch an stark beanspruchten Stellen mit extra Kleidung auspolstern.

8. Gleichgewicht halten

Bildquelle: Rainer Sturm/ pixelio.de

In Balance zu bleiben ist das A und O beim Waveboardfahren. Achtet daher stets auf eine gute Haltung. Das heißt, die Beine nie ganz durchzustrecken, sondern immer etwas gebeugt zu halten.

  • Mit Eurem Oberkörper solltet Ihr möglichst aufrecht und gerade bleiben. Das heißt auch, ihn nicht zu stark nach vorne, hinten oder zu den Seiten zu lehnen, sondern nur kommod an die Fahrtrichtung anzupassen.
  • Das schafft Ihr durch vorsichtiges Eindrehen, ebenfalls simultan zu den Hüft- und Schulterbewegungen.
  • Zu einem sicheren Stand auf dem Waveboard gehört auch, die Füße parallel zueinander auf den Trittflächen stehen zu lassen und nicht etwa schräg, dach- oder v-förmig zueinander.

Das kann man natürlich auch üben. Wie im Bild zu sehen, könnt ihr beispielsweise beim Slacklining oder klassisch, beim Stehen auf einem Bein euren Gleichgewichtssinn schärfen.

9. „Richtig“ fallen

Falls das Gleichgewichthalten mal nicht so funktioniert wie es soll, müsst Ihr darauf achten, Euren Sturz abzufangen.

  • Darüber hinaus kann es nicht schaden, vorab einige Fallübungen im Trockenen zu machen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Ihr Eure Stürze am besten abfedern könnt. Versucht, den Schwung des Sturzes für Euch zu nutzen, um Euch abzurollen.
  • Versucht auch, Eure Gliedmaßen an den Körper zu bringen, um zu verhindern, Euch die Arme zu verdrehen oder ungünstig auf Eure Finger zu fallen.
  • Damit Ihr das schaffen könnt, müsst Ihr in jedem Fall die Angst vor Stürzen verlieren und Euch mit dem Gedanken vertraut machen, dass sie dazugehören.

Fazit: Übung macht den Meister!

Waveboard fahren hat viel mit Gefühl zu tun. Es hilft Euch zwar sicherlich, Euch gut mit der Theorie vertraut zu machen, ehe Ihr auf das Board steigt. Jedoch gilt hier das Sprichwort „Übung macht den Meister“ und je mehr Ihr übt, desto schneller machen sich Fortschritte bemerkbar.

Dabei solltet Ihr jedoch den Spaß nicht vergessen und nicht zu bemüht Nachdenken. Streetsurfing ist kein Gedankensport; viel passiert intuitiv. Um Waveboard fahren zu lernen ist also viel Üben angesagt. Versucht es fleißig, lasst Euch von kleineren Rückschlägen nicht entmutigen, steigt immer wieder auf das Board und habt Spaß. Dann läuft das schon – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.